Geschichte der Templer

Ritter-Münze

(c)01.03.2020 Der Templer Orden

Unsere Ordensgemeinschaft ist kein Nachfolge-Orden der Templer von 1118-1314.

Alle Ordensgemeinschaften, welche nach 1314 gegründet wurden ( z.b. der Christusorden in Portugal 1319 oder der spanische Orden von Montesa 1316) richteten sich nach den Ordensregeln der Ur-Templer aus und die von  Frankreich geflohenen Templer waren entscheidend bei der Gründung dieser Orden mitbeteiligt und brachten ihr Wissen mit.

Diese Orden waren aber in ihrer Struktur nicht mehr selbständig und nicht mehr  “international übergreifend” tätig, denn sie unterstanden den Königen von Portugal bzw. den Königen von Aaragon, später den Königen von Spanien.

Und damit wurden sie auch zu den Interessen-Vertretern des jeweiligen Königreichs.

In Frankreich gab es keinen „offiziellen“ Templerorden mehr, der die Tradition des alten TO fortführte.

Bis im Jahre 1705 der Herzog von Orleans sich zum 41. nachfolgenden Grossmeister des Templerordens ernannte und zum Beweis seiner Legitimation ein Dokument aus dem Jahre 1324 vorlegte, die „Charta von Larmenius“. Sie wird von Forschern als „Pseudo-Geschichte“ bezeichnet.

In dieser Charta erklärt ein Jean Marc Larmenius, dass er Seneschall des Templerordens auf Zypern ist und nach dem Tod des Jacques de Molay zu dessen Nachfolger bestimmt sei. Er übertrage aus Altersgründen die Grossmeisterschaft an Franciscus Theobaldus.
Theobaldus war zu diesem Zeitpunkt offenbar Prior des Ordens in Alexandria in Ägypten.

Theobaldus nahm die Ernennung an und unterschrieb dieses Dokument (die Larmenius-Charta).
Es folgten weitere Grossmeister, die sich namentlich auf dieser Charta eintrugen, bis im Jahre 1705 diese Charta vom Herzog von Orleans bekannt gemacht wurde und er sich als 41. Grossmeister darin verewigte.

Während der ganzen Zeit zwischen 1314 bis 1705 waren keine Aktivitäten dieses Ordens zu vernehmen (er war auch den Ordensmitgliedern des Christus-Ordens und des Ordens von Montesa nicht bekannt) und wie aus dem Nichts erschien der Herzog von Orleans als Grossmeister des „alten“ Tempelordens. Die Larmenius-Charta wird aufgrund der Analyse dieses Dokuments von den meisten Forschern als Fälschung eingestuft.

Sie ist leider keinem Forscher mehr zugänglich, sie wird in der Mark Masons Hall (Freimaurertempel) in London aufbewahrt.

In England und Schottland entstanden als Nachfolge-Organisationen im 17. Jahrhundert die Freimaurer, die in ihrer Struktur auf das uralte Templerwissen zurückgriffen. Diese waren aber KEINE Templer, sie verwendeten lediglich das bis dahin geheimgehaltene Wissen.

Wer also die Geschichte der Templer kennt, weiß, dass dieser Orden tatsächlich im Jahre 1314 zerschlagen, aufgelöst und in seiner ursprünglichen Form niemals wieder aktiv wurde. Die Ära der Templer endete 1314!

Das Wissen der Templer waren die zahlreichen  handgeschriebenen Schriften, welche sie aus Ägypten, Syrien/Irak, Persien, Äthiopien, Karthago etc. nach Europa brachten.

Der erste von ihnen war ein junger franz. Ritter aus der Champagne, Hugo de Payns, ein Neffe von Hugo I. , Graf der Champagne.

Hugo de Payns war  Teilnehmer des ersten Kreuzzuges 1099 in Jerusalem. Er brachte davon unzählige Schriftrollen und Dokumente mit, teils in hebräisch, aramäisch, persisch. Alte Schriften,  die er unter den  Trümmern des zerstörten alten Tempels von Jerusalem fand.

Sein Onkel, der Graf von Champagne, erkannte die inhaltliche Bedeutung dieses Fundes. Er selbst unternahm mit seinem Neffen nach intensivster Vorplanung eine Pilgerreise nach Jerusalem, die von 1104 bis 1108 dauern sollte. Es war sicherlich eine Expedition, an der viele Gleichgesinnte teilnahmen.

Sie kamen zurück mit einer überaus grossen Anzahl von Schriftrollen und Kultgegenständen. Um diese auszuwerten, nahmen sie Kontakt auf mit Stephan Harding, dem Abt des im Jahre 1098 neu gegründeten Zisterzienser-Ordens in Citeaux.

Dieses Kloster nahm schon damals bei Übersetzungen von aramäischen, hebräischen und griechischen Texten eine herausragende Rolle ein.

Mit Hilfe des hochangesehenen Rabbi Rashi von Troyes war es möglich, diese Schriften zu übersetzen.

Der Rabbi war übrigens der festen Überzeugung, dass bei der damaligen Eroberung durch die Römer im Jahre 70 die Bundeslade nicht geraubt wurde und gut versteckt unter dem früheren Tempel noch liegen könnte.

Das hat Hugo de Payns und 7 seiner Ritter später dazu bewogen, den gesamten Tempelberg umzugraben. Ob sie dann wirklich fündig wurden und was überhaupt gefunden wurde, ist ein grosses Geheimnis, welches nie gelüftet wurde.

Was aber der Abt und der Rabbi zu lesen bekamen, muss so unglaublich gewesen sein, dass der Graf der Champagne und sein Neffe Hugo mit seinen 7 Rittern  wiederum nach Jerusalem anreisten, um weiteres Material zu suchen.

Am Hofe von Balduin I, dem ersten König von Jerusalem, wurden Hugo de Payns und seine Rittergefährten durch den Grafen von Champagne (beide, König und Graf gehörten dem französischen Hochadel an und standen in verwandtschaftlichem Verhältnis) eingeführt bzw. Legitimiert.

Da Hugo de Payns nur dem “mittleren Adel” angehörte, brauchte er die Fürsprache seines Onkels, des Grafen der Champagne, damit er von Balduin I als künftiger Gesprächspartner wahrgenommen wurde.

Nachdem die jungen  Ritter in Jerusalem bei Hofe legitimiert waren, reiste der Graf de Champagne 1115 zurück nach Frankreich.

Im gleichen Jahr seiner Rückkehr 1115 schenkte der Graf dem Zisterzienserkloster ein grosses Stück Land in der Gegend von Clairvaux und stellte Mittel bereit – also eine Schenkung – zum Bau des Klosters von Clairvaux.

Man wählte diesen stillen Ort, von der Außenwelt abgeschieden, um dort eine Bibliothek des Wissens aufzubauen. Abt dieses Klosters von Clairvaux wurde Bernhard von Fontaines (Dijon). Er nahm später den Namen Bernhard von Clairvaux an.

Was haben aber Hugo de Payns und seine 7 Ritter zwischen 1115-1118 in Jerusalem gemacht? Offenbar sind sie viel gereist, sonst wäre bei  Hugo de Payens nicht die Idee entstanden, die anreisenden Pilger gegen die Übergriffe der Sedschuken zu schützen, die regelmässig Pilgerzüge überfielen.

Diese Idee nahm Balduin I sehr dankbar auf. Er betrieb eine  Expansionspolitik und sicherte das Königreich durch den Bau von zahlreichen Burgen. Das war die Stunde des Hugo de Payns und seiner 7 Ritter. Er unterstützte den König in diesem Denken und erbot sich, mit seinen Rittern und weiteren Gefolgsleuten die Pilgerweg bis zur Errichtung der Burgen abzusichern.

Zum Dank dafür überliess Balduin I Teile seines alten Regierungssitzes diesen jungen Rittern. Er bezog seinen neu erstellten Regierungssitz, ein Prachtbau, und die früheren alten Gebäude standen leer.

Formell gründeten die 7 Ritter unter Hugo de Payns eine Rittergemeinschaft mit dem Namen “Arme Ritter Christi vom Tempel Salomon”

Der „9.“ Ritter dieser Gemeinschaft wurde der Oheim des Hugo de Payns, der Graf der Champagne. Er trat im Jahre 1125 der Gemeinschaft bei. Er war damit ein Gründungsmitglied, als der Templerorden offiziell im Jahre 1127 (ausgestattet mit dem Regelwerk des Bernhard von Clairvaux) vom Papst mit einer Bulle legitimiert und anerkannt wurde.

Ebenfalls Gründungsmitglied dieser 9 Ritter war der Oheim von Bernhard v. Clairvaux, Andreas von Montbarry. Er wurde in hohem Alter im Jahre 1165 Grossmeister des Templerordens. 

Es war die Ordensgründung, wobei die Ordensregeln hierfür sicher noch sehr einfach gewesen sein dürften.  Nach ihrer Rückkehr 1127 nach Frankreich sichtete der Abt  Bernhard von Clairvaux  die zahlreichen mitgebrachten Schriftstücke. Er erkannte sofort, dass hier ein Wissens-Schatz von ungeheurem Ausmass vor ihm lag.

Er informierte den Papst über den ungeheuren Fund, traf aber sogleich mit ihm eine Vereinbarung, dass alles Gefundene weder dem König von Frankreich noch dem Kaiser von Byzanz zustand. Im Gegenzug versprach er dem Papst, dass er zu Ehren Gottes in ganz Frankreich das himmlische Jerusalem in Form von Kathedralen auferstehen lasse, wie es die Welt noch nie gesehen habe. Zur Ehre Gottes und seiner, des Papstes Kirche.

Gleichzeitig veranlasste er, dass der von Hugo de Payns gegründete Templerorden durch den Papst 1127 legitimiert und anerkannt wurde. Dazu bedurfte es eines Regelwerks, welches Bernhard von Clairvaux selbst erstellte.

Was nun in Gang gesetzt wurde, sprengte alles Vorstellungsvermögen. Alles was in und um Jerusalem gefunden wurde, ging nach Frankreich. Ganze Bibliotheken aus byzantischen Städten, wie Edessa, Tripolis, Akkon,  Cäsarea etc. wurden eingesammelt und nach Clairvaux gebracht.

Darunter waren griechische Werke aller grossen Philosophen, Mathematiker, Naturwissenschaftliche Arbeiten, Astronomie, Medizin, Geometrie.

Religiöses Schrifttum über Zoroaster und Buddhismus, welches aus dem Perserreich und Indien stammte. Alles ging nach Clairvaux und wurde zum Übersetzen auf die neu gegründeten (Bernhard gründete 68 Klöster) Zisterzienserklöster aufgeteilt.

Der Orden der Zisterzienser expandierte nach Spanien und Portugal, aber auch nach Deutschland. Zur Hochblüte unterhielt er allein in Würzburg 7 Abteien.

Man darf mit Recht behaupten, dass die treibende Kraft hinter den Templern der Orden der Zisterzienser war. Dieser Orden war die geistige Kraft, und wenn wir heute von “Templerwissen” sprechen, so war das Wissen bei den Zisterziensern und das Schwert bei den Templern.

Mit dem Tod von Bernhard von Clairvaux verloren beide Orden ihre Leitfigur. Der Treue-Eide eines jedes neuen Tempelritters war auf Bernhard von Clairvaux festgelegt. Er lautete “Treue für Bernhard und Hilfe für alle Brüder von Citeaux” (also Zisterzienser)

Das Vakuum, das Bernhard hinterliess, musste möglichst schnell beseitigt werden. Um ihm weiterhin den  Treue-Eid schwören zu können, wurde Bernhard im Eilverfahren, nur 22 Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen. Nun konnte man den Eid weiterhin auf den “heiligen Bernhard” schwören.

Der Templerorden entwickelte sich zu einem Verwalter von grossem Vermögen.  Eigenes, aber auch fremdes, was treuhänderisch dem Orden zur Verwaltung übergeben wurde.

Könige benannten Templer zu ihren Schatzmeistern, Kaufleute vertrauten ihnen Geld und Gold an.

Aber im heiligen Land ging es nicht so beschaulich weiter. Erstmals mussten die Tempel-Ritter 1144 militärisch aktiv werden und die Grafschaft Edessa, (der erste gegründete Kreuzfahrer-Staat), verteidigen, die von den Muslimen heftigst angegriffen wurde.

Diese erste Schlacht wurde verloren – 278 Templer verloren ihr Leben, die Grafschaft Edessa fiel an die Muslime zurück.

1148 bei einem Vergeltungsangriff gegen Damaskus verloren alle 500 beteiligten Templer ihr Leben – sie standen immer in der ersten Reihe, wohlwissend, dass sie ihr Leben verlieren.

Mit dem Fall von Jerusalem im Jahre 1187 begann der langsame aber unaufhaltsame Rückzug der Templer aus dem Orient.

Die  letzte Stadt Akkon ging 1291 nach 6 wöchiger Belagerung an die Sarazenen verloren. Der Grossmeister sowie alle anderen Tempelritter fielen in dieser letzten Schlacht.  Der Orden verlegte daraufhin seinen Sitz nach Zypern.

Europa und seine christlichen Könige waren müde geworden im Kampf um die Königreiche und Kreuzfahrerstaaten  im Orient. Sie waren mit sich selbst beschäftigt und sandten schon lange keine Ritter mehr zur Unterstützung der Templer im Orient. Sie standen allein gegen die immer stärker anstürmenden und zahlenmässig überlegenen Truppen der  Muslime. 

Der König von Frankreich betrieb eine Expansionspolitik und war im Krieg mit dem Deutschen Kaiser. Soldaten und Söldner wurden dort mehr gebraucht.

Da der Templerorden ein französischer  Orden war, nahm sich König Philipp der Schöne den Anspruch heraus, den Orden selbst führen zu wollen. Der schwache Papst Clemens V, der eigens vom französischen König eingesetzt wurde und in Avignon residierte, stimmte dem zu. 

Nicht aber der Grossmeister des Tempelordens, Jacques de Molay. Er widersetzte sich Papst und König und stimmte auch keiner Verschmelzung mit dem Johanniter-Orden zu, dessen Grossmeister ebenfalls König Philipp der Schöne bzw. sein Sohn werden sollte.

Damit begann im Jahre 1307 der Untergang des Ordens, mit der Verhaftung von 138 Templern einschliesslich ihres Grossmeisters Jacques de Molay. 

Der Orden wurde 1312 auf dem eigens dazu einberufenen Konzil zu Viennes aufgelöst. Die endgültige Zerschlagung fand mit der Hinrichtung des 23. Grossmeisters, Jacques de Molay statt. Er starb qualvoll zusammen mit seinem Präzeptor der Normandie, Gottfried von Charney. Beide wurden am 19.März 1314 in Paris vor Notre Dame auf der Ile-des-Javiaux verbrannt.

Was aber wurde aus dem Erbe der Templer?

Eine Antwort darauf finden Sie in unserem Tempel-Orden!